Linkin Park – What I’ve Done: Bedeutung und musikalische Analyse

„What I’ve Done“ ist einer der bekanntesten Songs von Linkin Park und wurde 2007 als erste Single ihres dritten Studioalbums Minutes to Midnight veröffentlicht. Die Band setzte mit diesem Song einen markanten Wendepunkt, sowohl musikalisch als auch thematisch. Der Track zieht seither Millionen von Zuhörern weltweit durch seine emotionale Tiefe, seine Botschaft und die kraftvolle Umsetzung in den Bann.

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Entstehung und historischer Kontext

Linkin Park schrieb „What I’ve Done“ während einer Zeit des Umbruchs. Die Band befand sich zwischen den musikalischen Welten des Nu Metal und einer neuen, alternativen Rockausrichtung. Die Entstehung des Songs war außergewöhnlich: Er war als letzter Song für das nahezu fertige Album in nur wenigen Tagen entstanden. Die Band hatte das Gefühl, dass dem Album noch ein zentrales Bindeglied fehlte. Aus diesem kreativen Druck heraus entstand „What I’ve Done“ – und wurde prompt der größte Single-Erfolg des Albums.

Chester Bennington, Mike Shinoda und Joe Hahn arbeiteten daran, eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft der Band zu schlagen. Produzent Rick Rubin forderte sie auf, den Song so roh und ehrlich wie möglich zu gestalten.

Songbedeutung: Reue, Verantwortung und Neuanfang

Der Song ist vielschichtig und kann auf individuelle wie gesellschaftliche Verfehlungen bezogen werden. Chester Bennington erklärte in Interviews, dass „What I’ve Done“ vor allem von Reue handelt. Es geht darum, die eigenen Fehler zuzugeben, sie zu akzeptieren und mit sich selbst ins Reine zu kommen. Der Song spricht vom Wunsch, vergangene Fehler hinter sich zu lassen und sich selbst zu vergeben.

Die zentrale Botschaft ist authentisch und universell:

  • Bereuen und Verantwortung übernehmen: In den Lyrics „What I’ve done, I’ll face myself, to cross out what I’ve become“ fordert das lyrische Ich sich selbst heraus, ehrlich mit seinen Taten umzugehen.
  • Selbstvergebung: Die wiederkehrende Zeile „Forgiving what I’ve done“ verweist auf den Akt der Selbstvergebung und den Versuch eines Neuanfangs.
  • Kollektive Ebene: Die Band spielt nicht nur auf persönliche Fehler an. Das Musikvideo illustriert gesellschaftliche Verfehlungen wie Umweltverschmutzung, Krieg, Rassismus, Hunger, Terror und soziale Spaltung. Der Song zeigt den Wunsch, als Mensch und als Menschheit Verantwortung zu übernehmen und Heilung zuzulassen.

Musikjournalisten und Fans interpretieren den Song als Appell, aus Fehlern zu lernen, aktiv Veränderung zu suchen und ein besseres Ich oder eine bessere Welt zu erschaffen.

Musikalische Analyse

Stil und Komposition

Mit „What I’ve Done“ markierte Linkin Park den Übergang vom Nu Metal der ersten Alben (Hybrid TheoryMeteora) hin zu einem alternativen Rocksound:

  • Gitarren und Schlagzeug: Der Song setzt auf einen dominanteren, ehrlicheren Gitarrensound und weniger elektronische Effekte als die Vorgänger. Die Drums wirken bewusst roh und handgemacht.
  • Gesang: Chester Bennington’s Vocal-Performance ist eindringlich und klar im Fokus, ohne zahlreiche Überlagerungen oder Effekte.
  • Struktur: Das Lied folgt einem klassischen Strophen-Refrain-Ablauf mit einem energetischen Bridge-Part und einem markanten Riff, das sofort wiedererkennbar ist. Besonders erwähnenswert ist das instrumentale Intro und Outro, die dem Song einen gewissen Rahmen verleihen.

Textliche Tiefe

Das Songwriting arbeitet bewusst mit Wendungen wie:

„In this farewell, there’s no blood, there’s no alibi.“

„What I’ve done, I’ll face myself to cross out what I’ve become.“

Diese Zeilen transportieren auf direktem Weg das Gefühl von Abschied, Selbstkritik und den Willen zum Neustart: Die Vergangenheit wird nicht ausgeblendet, sondern aktiv reflektiert.

Analyse des Musikvideos

Das von Joe Hahn inszenierte Musikvideo ist ein zentrales Element des Songs. Es zeigt in raschen Schnitten eindrückliche Bilder, die die fatalen Folgen menschlichen Handelns illustrieren: Umweltzerstörung, Klimakatastrophen, Nazismus, den Ku Klux Klan, Kriege, Hunger, Armut und Drogen.

Am Anfang und Ende sieht man Gras, das zuerst im Boden verschwindet und am Schluss wieder wächst – ein Symbol der Hoffnung und Regeneration. Die Band selbst performt in einer leeren Wüstenlandschaft, wodurch das Gefühl der Vergänglichkeit und Isolation noch verstärkt wird. Das Video gewann mehrere Auszeichnungen und wurde auf MTV als eines der stärksten Musikvideos des Jahres 2007 gefeiert.

Gesellschaftlicher und kultureller Einfluss

  • Soundtrack für Transformers: „What I’ve Done“ wurde als Abspannsong für den Blockbuster Transformers genutzt. Dadurch erreichte der Song ein noch breiteres Publikum und wurde einer neuen Generation zugänglich.
  • Erfolgscharts und Auszeichnungen: Die Single stieg weltweit in die Top 10 und wurde unter anderem in den USA, UK und Deutschland mehrfach mit Platin ausgezeichnet. Das Lied hielt sich in zahlreichen Ländern über Wochen in den Charts und erreichte auf Spotify als eine der wenigen Rock-Singles über eine Milliarde Streams.
  • Popkulturelle Referenzen: Gerade in den Sozialen Medien wurde der Song später vor allem wegen seines prägnanten Gitarrenriffs in Memes und Video-Edits (besonders im Zusammenhang mit Transformers-Szenen) häufig verwendet.

Interessante Fakten und Hintergrundwissen

  • Letzte Ergänzung fürs Album: „What I’ve Done“ wurde als letzter Song für Minutes to Midnight in einem Kraftakt in nur wenigen Tagen geschrieben, nachdem Freunde und Bandkollegen das Gefühl hatten, dass dem Album noch ein wichtiges Stück fehlte.
  • Live-Version mit Gitarrensolo: Die Live-Version auf One More Light Live enthält ein exklusives Gitarrensolo von Brad Delson – ein Highlight für Fans.
  • Produzent Rick Rubin: Er legte Wert auf einen puristischen Sound und verzichtete auf viele der zuvor typischen Überlagerungen und elektronischen Elemente.
  • Inhaltliche Doppeldeutigkeit: Laut offiziellen Kommentaren der Band war das Ziel, die Lyrics auf unterschiedlichen Ebenen wirken zu lassen – als Kommentar zu persönlicher Schuld und als Metapher für gesellschaftliche Sünden.
  • Vorläufer und Inspiration: Laut einem Interview mit Chester Bennington steht der Song auch für das Ende einer Bandära und den Mut zu neuen Wegen; der Songtext kann als Abschied vom eigenen früheren Ich interpretiert werden.

„What I’ve Done“ ist weit mehr als ein Rocksong: Es ist eine kraftvolle Reflexion über die Verantwortung für die eigenen und kollektiven Fehler. Linkin Park gelingt es, dieses Thema musikalisch und visuell einprägsam umzusetzen. Die Mischung aus Selbstkritik, Hoffnung und der Aufforderung zum Wandel macht den Song auch heute noch hochaktuell und relevant – ein Symbol für Neuanfang, Mut, und die Kraft, Fehler zu überwinden.

Quellen

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