Gitarren sind weit mehr als bloße Musikinstrumente. Sie sind Begleiter, Vertraute und manchmal sogar Lebensretter ihrer Besitzer. In den Händen von Legenden wie Eric Clapton, B.B. King und Brian May wurden Gitarren zu Ikonen, die nicht nur Klänge, sondern auch Geschichten, Emotionen und Geschichte tragen. Dieser Artikel taucht tief in die faszinierenden Geschichten von drei der berühmtesten Gitarren der Welt ein: Eric Claptons „Blackie“, B.B. Kings „Lucille“ und Brian Mays „Red Special“. Diese Instrumente aus Holz und Draht haben nicht nur die Musikgeschichte geprägt, sondern auch die Herzen von Millionen Fans weltweit berührt. Lassen Sie sich mitnehmen auf eine Reise durch die Nostalgie, Leidenschaft und Kreativität, die diese Gitarren zu etwas Besonderem machen.
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Die Geburt von Blackie: Eric Claptons Frankenstein-Stratocaster

Ein Zusammenspiel aus Teilen und Vision
Eric Clapton, oft als „Slowhand“ bezeichnet, ist eine der zentralen Figuren der Rock- und Bluesgeschichte. Seine schwarze Fender Stratocaster, liebevoll „Blackie“ genannt, ist mehr als nur eine Gitarre – sie ist ein Symbol für Claptons musikalische Evolution und seine Fähigkeit, aus Bruchstücken etwas Ganzes zu schaffen. Die Geschichte von Blackie beginnt 1970, als Clapton während einer US-Tour in einem Musikgeschäft in Nashville sechs Fender Stratocasters aus den 1950er-Jahren kaufte. Drei davon verschenkte er an seine Freunde Pete Townshend, Steve Winwood und George Harrison. Aus den verbleibenden drei Gitarren schuf er ein einzigartiges Instrument, indem er die besten Teile kombinierte: den Korpus einer 1956er Stratocaster, den Hals einer 1957er und eine Mischung aus Pickups aus verschiedenen Jahren.
Dieser Prozess, bei dem Clapton mit Hilfe des Gitarrenbauers Ted Newman Jones die Teile zusammensetzte, verlieh Blackie eine einzigartige Persönlichkeit. Der Korpus aus Erle, der V-förmige Ahornhals und die sorgfältig ausgewählten Pickups machten die Gitarre nicht nur zu einem optischen Highlight, sondern auch zu einem Klangwunder, das Claptons bluesigen Stil perfekt unterstrich. Die Gitarre trug Spuren von Claptons Leben: Zigarettenbrandflecken auf der Kopfplatte zeugten von langen Nächten und intensiven Auftritten.
Blackies Bühnenkarriere und ihr Vermächtnis
Blackie feierte ihr Debüt am 13. Januar 1973 bei einem Konzert in London und wurde schnell zu Claptons Hauptinstrument. Von ikonischen Songs wie „Cocaine“ bis hin zu seiner legendären „Unplugged“-Performance begleitete Blackie ihn durch Höhen und Tiefen, einschließlich seiner Kämpfe mit Drogenabhängigkeit. Doch die intensive Nutzung forderte ihren Tribut: Der Hals musste mehrfach neu gebunden werden, und 1985, nach dem Live-Aid-Auftritt, schickte Clapton Blackie in den Ruhestand, da die Gitarre keine zuverlässige Stimmung mehr hielt.
Im Jahr 2004 wurde Blackie bei einer Auktion für 959.500 US-Dollar verkauft, ein Betrag, der an das von Clapton gegründete Crossroads Centre für Drogen- und Alkoholrehabilitation ging. Diese Auktion unterstrich nicht nur den materiellen Wert der Gitarre, sondern auch ihren kulturellen Einfluss. Blackie war nicht nur ein Werkzeug, sondern ein Teil von Claptons Seele, ein Zeugnis seiner Kreativität und seines Durchhaltevermögens. Heute ist die Gitarre ein Symbol für die Kraft der Individualität, da sie zeigt, wie ein Musiker aus Einzelteilen ein Meisterwerk schaffen kann, das die Musikwelt verändert.
Lucille: B.B. Kings treue Gefährtin

Der dramatische Ursprung eines Namens
B.B. King, der König des Blues, ist untrennbar mit seiner Gitarre „Lucille“ verbunden. Doch Lucille ist keine einzelne Gitarre, sondern ein Name, den King jeder Gitarre gab, die er spielte, inspiriert von einer dramatischen Begebenheit in den 1950er-Jahren. Während eines Auftritts in einer Tanzhalle in Arkansas brach ein Streit zwischen zwei Männern aus, der einen Brand auslöste, als ein Ölofen umgestoßen wurde. King rannte zurück in das brennende Gebäude, um seine Gitarre, eine Gibson L-30, zu retten, und riskierte dabei sein Leben. Später erfuhr er, dass der Streit um eine Frau namens Lucille ging. Um sich an diese lebensgefährliche Lektion zu erinnern, nannte er fortan jede seiner Gitarren Lucille – als Mahnung, nie wieder leichtsinnig sein Leben für ein Instrument oder eine Frau zu riskieren.
Die Lucille, die am bekanntesten wurde, war eine Gibson ES-355, eine halbakustische Gitarre ohne F-Löcher, die King ab 1980 spielte. Diese Gitarre wurde zu seinem Markenzeichen, mit ihrem eleganten Design, der goldenen Hardware und einem Klang, der Kings gefühlvolle, vokalartige Phrasierung perfekt zur Geltung brachte. Kings Spielstil, geprägt von gezogenen Saiten und einem charakteristischen Vibrato, machte Lucille zur Stimme seiner Seele.
Ein Instrument mit Seele
Lucille war mehr als ein Instrument – sie war eine Erweiterung von Kings Persönlichkeit. In seinem Song „Lucille“ von 1967, einem über zehnminütigen Werk, erzählt King die Geschichte seiner Gitarre und wie sie ihn „von der Plantage holte“ und ihm Ruhm brachte. Die Gitarre war seine Begleiterin durch Jahrzehnte des Erfolgs, von Auftritten in kleinen Blues-Clubs bis hin zu Kollaborationen mit Künstlern wie U2. 2005, zu Kings 80. Geburtstag, schuf Gibson ein spezielles Lucille-Modell, das er bis zu seinem Tod 2015 als Hauptinstrument nutzte. Tragischerweise wurde diese Gitarre gestohlen, doch durch einen glücklichen Zufall wieder zurückgebracht, nachdem ein Fan sie entdeckte und Gibson kontaktierte.
Lucilles Einfluss geht über die Bühne hinaus. Sie inspirierte Generationen von Gitarristen, von Eric Clapton bis Stevie Ray Vaughan, und ihr Klang prägte den Blues nachhaltig. Die Geschichte von Lucille ist eine Geschichte von Hingabe, Risiko und der tiefen Verbindung zwischen einem Musiker und seinem Instrument. Sie erinnert uns daran, dass Musik nicht nur gehört, sondern gefühlt wird.
Red Special: Brian Mays DIY-Meisterwerk

Ein Vater-Sohn-Projekt mit visionärem Ergebnis
Während Blackie und Lucille aus bestehenden Instrumenten entstanden, ist Brian Mays Red Special eine Geschichte von Erfindungsgeist und DIY-Kreativität. In den frühen 1960er-Jahren konnte sich der junge Brian May, später Gitarrist der legendären Band Queen, keine teure Gitarre leisten. Zusammen mit seinem Vater, einem Elektronikingenieur, beschloss er, seine eigene Gitarre zu bauen – aus Materialien, die sie zu Hause fanden. Der Korpus der Red Special besteht aus Mahagoni, das aus einem alten Kamin stammt, während der Hals aus Eiche gefertigt wurde. Die Pickups wurden von Hand gewickelt, und das einzigartige Tremolo-System, das May entwickelte, ermöglichte ihm die präzisen, singenden Töne, die Queens Sound definieren würden.
Die Red Special ist nicht nur ein technisches Wunder, sondern auch ein ästhetisches Meisterwerk. Ihr unverwechselbares rot-schwarzes Design, das durch mehrere Schichten Lack entstand, machte sie sofort erkennbar. May baute die Gitarre mit einem Ziel: einen Klang zu schaffen, der sich von allem unterschied, was es damals gab. Die Kombination aus den handgefertigten Pickups und einem Schaltkreis, der es May erlaubte, die Pickups in verschiedenen Konfigurationen zu kombinieren, gab der Red Special einen vielseitigen, kraftvollen Ton, der perfekt zu Queens theatralischem Stil passte.
Die Red Special auf der Bühne
Die Red Special begleitete Brian May durch die gesamte Karriere von Queen, von den frühen Tagen in kleinen Clubs bis hin zu den epischen Stadionkonzerten der 1980er-Jahre. Songs wie „Bohemian Rhapsody“, „We Will Rock You“ und „Killer Queen“ tragen ihren unverkennbaren Klang. May modifizierte die Gitarre im Laufe der Jahre leicht, etwa durch den Austausch von Teilen des Tremolo-Systems, doch ihr Kern blieb unverändert. Die Red Special ist ein Beweis dafür, dass Leidenschaft und Einfallsreichtum selbst die größten finanziellen Hürden überwinden können.
Heute ist die Red Special ein Kultobjekt, und Brian May hat mit seinem Unternehmen Brian May Guitars Nachbauten produziert, die Fans die Möglichkeit geben, den Klang dieses einzigartigen Instruments zu erleben. Die Gitarre steht für die Kraft der Kreativität und die Bedeutung von Individualität in der Musik. Sie zeigt, dass ein Instrument nicht teuer oder fabrikgefertigt sein muss, um Geschichte zu schreiben.
Nostalgie und die Macht der Musik
Warum diese Gitarren die Zeit überdauern
Blackie, Lucille und Red Special sind mehr als nur Musikinstrumente – sie sind kulturelle Artefakte, die die Geschichten ihrer Besitzer erzählen. Jede Gitarre trägt die Spuren der Bühne, der Studioaufnahmen und der persönlichen Kämpfe ihrer Spieler. Blackie spiegelt Claptons Suche nach dem perfekten Klang wider, Lucille erzählt von Kings Überlebenswillen und Leidenschaft, und die Red Special ist ein Denkmal für Mays Erfindungsgeist. Diese Gitarren sind Symbole der Nostalgie, die uns an eine Ära erinnern, in der Musik nicht nur Unterhaltung, sondern ein Lebensgefühl war.
Die Nostalgie, die diese Gitarren hervorrufen, liegt in ihrer Fähigkeit, Emotionen zu wecken. Wenn wir Blackie hören, denken wir an die rohen, bluesigen Klänge der 1970er-Jahre. Lucille bringt uns die Seele des Blues näher, während die Red Special uns in die bombastischen Stadionkonzerte von Queen versetzt. Diese Instrumente verbinden uns mit einer Zeit, in der Musik die Welt veränderte, und sie inspirieren weiterhin Musiker und Fans, ihre eigenen Geschichten zu schreiben.
Der Einfluss auf die moderne Musik
Die Geschichten dieser Gitarren haben nicht nur die Vergangenheit geprägt, sondern beeinflussen auch die moderne Musik. Signature-Modelle wie die Eric Clapton Stratocaster oder die Gibson Lucille sind bei Musikern weltweit beliebt, während Brian Mays Red Special Nachbauten neue Generationen von Gitarristen inspiriert. Diese Instrumente zeigen, dass die Verbindung zwischen einem Musiker und seiner Gitarre etwas Magisches ist, das über technische Spezifikationen hinausgeht. Sie sind ein Aufruf an Musiker, kreativ zu sein, Risiken einzugehen und ihre eigene Stimme zu finden.
Holz und Draht, Herz und Seele
Blackie, Lucille und die Red Special sind mehr als nur Gitarren – sie sind Ikonen, die die Musikgeschichte geprägt haben. Ihre Geschichten sind voller Leidenschaft, Kreativität und Hingabe, und sie erinnern uns daran, dass Musik eine universelle Sprache ist, die Menschen über Generationen hinweg verbindet. Ob durch Claptons Frankenstein-Stratocaster, Kings gefühlvolle Lucille oder Mays selbstgebautes Meisterwerk, diese Gitarren haben die Welt verändert und werden es auch in Zukunft tun. Sie sind nicht nur aus Holz und Draht, sondern aus Herz und Seele gemacht.
